Geschätzte Interessentinnen
Geschätzte Interessenten

Zur Lösung der Probleme in der globalisierten, postmodernen Zeit erachten wir eine am natürlichen Sittengesetz (10 Gebote) verantwortete Politik für dringend notwendig. Deshalb haben wir am 26. November 1994 in Zürich die KVP Schweiz gegründet und am 10. Dezember 1994 in Flüeli-Ranft den ersten Parteikongress mit Hl. Messe, zelebriert von Professor Arthur F. Utz, durchgeführt. 1995 entstanden die KVP-Kantonalparteien Luzern, Zürich, Aargau, und Thurgau. 2003 nahm die KVP St. Gallen ihre Tätigkeit auf.

 

Parteiprogramm

Führend in katholischer Politik


Karl Borromäus-Kapelle, Flüeli-Ranft

 

Die Partei politisiert nach Massgabe der römisch-katholischen Sitten- und Soziallehre, wobei sie den Rechten Gottes und den daraus abgeleiteten Prinzipien des Rechts- und Sozialstaates. Der Friede ruht auf den vier Pfeilern von Wahrheit, Gerechtigkeit, Liebe und Freiheit. Die KVP ist daher eine christlich wertbeständige, soziale Partei mit tiefem Respekt vor der Schöpfungsordnung. Die KVP ist insofern eine Allthemenpartei. Sie nimmt Distanz sowohl zum Sozialismus wie zum Liberalismus/Neokapitalismus und deren Ableitungen und fördert den einfachen Lebensstil in einer Spiritualität von Beten und Arbeiten in Ausrichtung auf Jesus Christus. Ihr Politikstil ist sachlich, bisweilen pointiert, aber immer anständig.

Mitglieder der Partei können alle Menschen werden, unabhängig von Bekenntnis, Konfession, Geschlecht und Nationalität, unter der Voraussetzung, dass sie die Politik gemäss der römisch-katholischen Sitten- und Soziallehre unterstützen.

Wir sind seit über 10 Jahren tätig und mittlerweile die einzige Partei im deutschsprachigen Raum, die auf römisch-katholischer Basis politisiert. Unser Auftrag besteht darin, die öffentliche und veröffentlichte Meinung zu beeinflussen. Dabei machen wir vor keinem Thema halt. Bei religiösen Fragen greifen wir nicht in innerkirchliche Diskussionen ein. Wo Kirchenvertreter sich zu politischen Fragen äussern oder wo deren Thesen politische Konsequenzen haben, setzen wir uns jedoch mit deren Haltung auseinander. Wo gleichartige Ziele bestehen, arbeiten wir mit allen politischen Akteuren zusammen.

Unsere Aufgabe erfüllen wir vornehmlich über das Wort, aber auch beispielsweise durch Initiativen, Referenden oder Demonstrationen. Wir nehmen an Wahlen und Abstimmungen teil. Dabei sind wir in der Sache profiliert und klar. In der Form treten wir anständig und professionell auf.

Mit dieser Methode glauben wir, unserem öffentlichen Auftrag und den Anliegen unserer Mitglieder den grösstmöglichen Nutzen zu bieten.

 

Unsere vier Kernkompetenzen

Die Kernkompetenzen der Partei liegen im Schutz der Rechte der Familie, des Lebens, im Kampf gegen die Armut (gegen eine Zweiklassengesellschaft) und der Sicherstellung optimaler politischer Bedingungen für die Glaubensverkündigung (Staatskirchenrecht) mit allen Folgen, die sich daraus für einzelne Politikbereiche ergeben.

 

1. Ehe und Familie

 

Die natürliche Familie ist zu fördern und gegenüber allen andern „Familienformen“ zu privilegieren. Sie ist Mittelpunkt und Motor in allen Politikbereichen. Bekämpfung der Scheidungsmentalität ist für die KVP ein „Muss“. Homosexuelle Partnerschaften werden nicht anerkannt.

Die KVP fordert daher unter anderem:

  • eine familiengerechte Bezahlung der Arbeit
  • die ökonomische, leistungsgerechte Anerkennung der Erziehungsarbeit der Mutter zu Hause mittels eines nach Familienform und Kinderzahl differenzierten Erziehungsgehaltes
  • einkommensabhängigen Kinderzulagen und Differenzierung der Leistungen unter Ehegatten und des Staates an Ehegatten gemäss den Grundsätzen zur Förderung der natürlichen Familie
  • erhöhte Steuerabzüge, namentlich bei Ausbildungskosten
  • steuerfreies Existenzminimum
  • Vorrang von Familienmitgliedern bei Stellenbewerbungen („Fortsetzungsgarantie“)
  • eine angemessene Differenzierung zwischen In- und Ausländern bei der Bemessung von Leistungen, wobei die Familien von Einwanderern – von Missbrauchsfällen abgesehen - Anspruch auf gleichen Sozialschutz haben wie inländische Familien
  • Recht der ausgewanderten Arbeitnehmer auf Familiennachzug sobald als möglich
  • die Einführung des Familienstimmrechtes (ein Mensch, eine Stimme)
  • die Bemessung der Sozialversicherungsleistungen nach Anzahl Kinder
  • Die dritte Generation ist wenn immer möglich im Kreis der erweiterten Familie zu belassen. Die KVP befürwortet entsprechende staatliche Förderprogramme

 

2. Schutz des Lebens

Wir unterstützen politische Massnahmen zur Förderung der natürlichen
Empfängnisregelung, zur vorehelichen Enthaltsamkeit und zur Reduktion der Abtreibungen.

Wir stehen für ein Verbot der Euthanasie (aktive Sterbehilfe).

Wir fordern ein absolutes Klonverbot und ein Verbot der Forschung an embryonalen Stammzellen.

 

3. Kampf gegen Armut

Wir stehen ein für eine neue gerechte und geordnete Weltwirtschaft, für den Kampf gegen nationale und internationale Monopole, Armut, Korruption, Geldwäscherei, Waffenhandel, Drogenhandel, Frauen- und Kinderhandel, Ausbeutung, Terror sowie für die Entschuldung der Entwicklungsländer.

 

4. Religionspolitik

Es muss Schluss sein mit der staatlichen Bevormundung der Kirche. Wir wollen die Kirchensteuern für juristische Personen abschaffen und treten für eine Entflechtung von Kirche und Staat ein mit freier Wahl der Kirchgemeinde.

Der Staat muss der Kirche die Freiheit in der Erfüllung ihres Auftrages lassen.

Wir anerkennen die Religionsfreiheit im Verhältnis von Kirche und Staat, sehen aber auch ihre Grenzen im Rahmen der kulturellen Identität einzelner Orte oder Landschaften.

 

Unsere Kernkompetenzen haben Auswirkungen auf…

Wirtschaft und Ökologie

 

 

Wir unterstützen die christlich-sozialen Strukturen und Werte im Wirtschaftsleben (soziale Marktwirtschaft) und wenden uns gegen den Neoliberalismus, das Gier-Prinzip, gegen hohe Einkommen ohne Arbeit und die ungezügelte Globalisierung. Dabei anerkennt die Partei die zinsfreie Wirtschaft als eine förderungswürdige Form der sozialen Marktwirtschaft.

Die KVP ist offen gegenüber allen Techniken und Produktionsmethoden, sofern die Menschenwürde und die Rechte der Familie gewahrt und der Umwelt Rechnung getragen wird, namentlich durch einen angemessenen Tierschutz (das Tier ist keine Sache) und eine biologische Landwirtschaft.

Die Organisation an den Arbeitsplätzen und die Arbeitszeit müssen familienverträglich gestaltet werden. Elternteile bedürfen in allen arbeitsrechtlichen Entscheidungen einer Bevorzugung und Rücksicht.

Steuern sind nach Massgabe des Einkommens zu erheben, wobei die Familie zu privilegieren und entlasten ist.

Wir fördern die Sonntagsheiligung und entsprechende Gestaltung der Ladenschlusszeiten.

 


dem Gotthard entgegen...

 

Wirtschaftspolitik ist in Ehrfurcht vor Gott und seiner Schöpfung zu gestalten. Zwecks Herstellung des ökologischen Gleichgewichts ist der hohe Konsumstandard zu überdenken. Die Güter sind zum Teil neu zu verteilen. Der Familienwirtschaft gebührt Vorrang vor der Wirtschaftsfamilie. Die Energieeffizienz ist zu erhöhen, der Lebensstil zu vereinfachen, erneuerbare Energien sind zu fördern, auf neue Kernkraftwerke ist zu verzichten. Die Regulationsmechanismen sind primär der Marktwirtschaft zu überlassen. Die Grenzen des Wachstums sind zu respektieren. Wo nötig, sind die Massnahmen sozialstaatlich abzufedern. Von neuen CO2-Abgaben ist abzusehen.

Wir wollen überschaubare dezentrale Wirtschaftseinheiten und vollwertige Lebensräume, die den Einzelnen und Rechte der Familie achten, die Familie in ihren Aufgaben unterstützen und die Arbeitsmotivation beflügeln.

Wir bekämpfen die Arbeitslosigkeit, schützen die ökologische Landwirtschaft. Wir fordern die Erhöhung der fiskalischen Belastung internationaler Transporte, insbesondere durch den Gotthard, sowie die Verlagerung des Schwerverkehrs auf die Schiene.

Wir wollen einen leistungsfähigen, familiengerechten Service public in Bereichen, in denen es keinen freien Markt gibt oder die nicht dem freien Markt überlassen werden dürfen.

 

Jugend: Schule und Erziehung

 

 

Wir unterstützen die Heranbildung von Persönlichkeiten, welche die Gesellschaft in ihren verschiedenen Bereichen zu prägen vermögen, als Vorbilder wirken und Leitungsaufgaben übernehmen können. Wir fordern ein Verbot radikaler Gruppierungen.

Wir verlangen eine Elternbildung, damit die Eltern ihre Aufgaben in Familie und Gesellschaft erfüllen können.

Wir stehen hinter der Förderung von Wissenschaft und Forschung.

Das Bildungswesen ist zu erneuern und dem Analphabetismus (PISA-Studie) ist entgegenzuwirken. Der sittlichen und geistigen Verwahrlosung sowie den Programmen zur Förderung von Gewalt und Zügellosigkeit ist Einhalt zu gebieten durch eine gute Erziehung in Liebe und Wahrheit im Glauben an Jesus Christus. Das Jugendstrafrecht ist zu verschärfen.

Die religiöse Unterweisung an den Schulen ist von den einzelnen christlichen Konfessionen in eigener Verantwortung wahrzunehmen.

Wir schützen die Verantwortung und die Rechte der Eltern vor Uebergriffen der öffentlichen Hand, setzen uns für eine moralisch verantwortbare Sexualerziehung ein. Das Elternrecht geht in religiösen und weltanschaulichen Belangen dem Staatsrecht vor.

Wir unterstützen die öffentlichen Grundschulen mit pädagogischer Freiheit und demokratisch organisierten Schulgemeinden, die im christlichen Geist geführt werden.

Wir versuchen, das Recht auf freie Wahl der Schule, insbesondere von christlichen und geschlechtergetrennten Privatschulen durchzusetzen, beispielsweise mit angemessenen Steuergutscheinen, Zulassung des Schulgebetes und der Kruzifixe in den öffentlichen Schulen.

 

Kultur und Medien

Wir stehen hinter der Förderung der christlichen Kultur und Sittlichkeit in der Literatur, in der bildenden und darstellenden Kunst sowie der Musik.

Wir wollen die Medien unter geeignete Rahmenbedingungen stellen, zur Sicherung der Wahrhaftigkeit ihrer Berichterstattung. Wir fördern Medien mit christlicher Grundausrichtung. Die Darstellung von Gewalt und Sex in Medien und Werbung muss reduziert werden, weil wir hinter die sexistische Vermarktung des Menschen ein grosses Fragezeichen setzen. Kirchliche Radio- und Fernsehsendungen sind dem Verantwortungsbereich der Kirche zuzuweisen.

 

Gesundheit

 

 

Die KVP fordert den Erlass der Kinder-Krankenversicherungsprämien für Familien ab drei Kindern und die allgemeine Reduktion der Krankenkassenprämien.

Sie unterstützt ein Gesundheitswesen, das kostenbewusst arbeitet, über die Sozialversicherungen den Grundbedarf abdeckt und im Rest konkurrenzfähige Leistungen im relativ freien Markt mit freier Arztwahl anbietet.

Die KVP wendet sich gegen jede Form der Liberalisierung von Drogen und unterstützt alle Massnahmen, die zur Einschränkung des Alkohol- und Tabakkonsums führen.

 

Staat und Völkergemeinschaft


Bundeshaus, Bern
Südseite

 

Wir fördern die Freiheit und Eigeninitiative des Menschen unter Ausrichtung auf das Gemeinwohl, das Subsidiaritätsprinzip und den föderativen Staatsaufbau.

Wir treten für die bewaffnete Neutralität der Schweiz ein mit einer Miliz-Verteidigungsarmee (realistisch-konkreter Pazifismus). Grundlage der internationalen Beziehungen soll das natürliche Völkerrecht und die Rechtsgleichheit souveräner Staaten im Gesamtverband der Menschheitsfamilie sein.

Wir stehen ein für ein christliches, friedfertiges Europa innerhalb der Menschheitsfamilie, wollen die Migration gesellschaftspolitisch verträglich gestalten, anerkennen die notwendigen Leitungsfunktionen demokratisch legitimierter internationaler Organisationen, legen aber auch Wert auf den Schutz vor der Globalisierung und die Wahrung der kulturellen Identität der Völker. Wir fordern deshalb ein demokratisches Einbürgerungsverfahren. Die Rechte der Völker sind als Schutz vor Übergriffen internationaler und globaler Organisationen zu kodifizieren. Der Bezug auf Gott gehört in jede Verfassung.

 

Beschlossen und verabschiedet vom Parteivorstand am 28. Februar 2008. Dieses Parteiprogramm tritt sofort in Kraft und ersetzt jenes vom 5. August 2005