16.11.2005, KVP Zuerich

Biblische Geschichte gehört in den Primarschulunterricht

Die KVP Zürich begrüsst grundsätzlich die Bereitschaft des Regierungsrates, ein Postulat entgegen zu nehmen, welches das Fach "Religion und Kultur" obligatorisch in den Lehrplan der Primarstufe einführen will. Die Partei verlangt indes, dass der biblische Unterricht im Mittelpunkt steht und über die katholische Konfession sachgerecht informiert wird. Es obliegt der katholischen Kirche und den Eltern, darüber zu wachen, dass diese Bedingungen erfüllt werden.


Entgegen der SVP des Kantons Zürich soll das Fach "Religion und Kultur" nicht einfach aus finanziellen Gründen gestrichen werden. Das Zürcher Volksschulgesetz verlangt eine Erziehung, die an "christlichen, humanistischen und demokratischen Wertvorstellungen orientiert" ist. Eine Orientierung an ausserchristlichen Wertvorstellungen ist damit nicht zulässig, was nicht ausschiesst, dass über andere Weltreligionen kurz informiert wird. Auch sollen nicht bloss "christliche Traditionen behandelt werden, die unser Umfeld und unsere Kultur geprägt haben", wie das Postulat formuliert, sondern auch jene Traditionen, welche die Kultur immer noch prägen. Eine sachliche Darlegung der Unterschiede zwischen katholischer und protestantischer Konfession gehört daher zum Unterrichtsstoff, zumal die katholische Tradition sich in einem wesentlichen, bewusst gewollten Spannungsverhältnis mit der humanistischen und demokratischen Tradition befindet. Das Fach stellt damit höchste Anforderungen an die Neutralität und Objektivität der Lehrpersonen.

Die KVP warnt vor der Versuchung, die Primarschüler dazu anzuhalten, "eigene Wertentscheidungen zu hinterfragen", wie es in Unterlagen zum Fach "Religion und Kultur" an der Oberstufe zu lesen ist. Im Primarschulalter der Jugendlichen müssen die Werte erst einmal vermittelt werden. Dazu sind – in religiösen Belangen - die Eltern und die Glaubensgemeinschaften zuständig. Die Primarschule soll die objektiven Informationen bereitstellen, damit die Eltern ihren christlichen Erziehungsauftrag optimal erfüllen können.

 

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