10.01.2007, KVP Thurgau

Katholisch-wertbeständig heisst nicht erfolglos: KVP politisiert weiterhin volksnah

Der Thurgauer Souverän hat in den Jahren 2004 bis 2006 in 65 Prozent der eidgenössischen Vorlagen und in 71 Prozent der kantonalen Vorlagen die Parolen der KVP Thurgau bestätigt. Damit konnte die Partei ihre volksnahe Politik festigen.


Die Erfolgsquote ist weniger hoch als in den Jahren 2001 und 2002, wo die Partei 80 Prozent bei den eidgenössischen Vorlagen erreicht hat. Als katholisch-wertbeständige und soziale Kraft musste sie in den vergangen Jahren indes einerseits gegen die lebensgefährlichen Vorlagen der Regierungsparteien wie Ladenöffnungszeiten, Stammzellenforschung, Partnerschaftsgesetz angehen, anderseits aber auch die soziale Postinitiative verteidigen. Dass sie gleichwohl eine so hohe Erfolgsquote vorweisen kann, zeugt von ihrem Realitätssinn. Überrundet wurde sie bei den eidgenössischen Vorlagen von der SVP Thurgau mit 78 Prozent. Die CVP erreichte demgegenüber lediglich 52 Prozent.

Bei den kantonalen Vorlagen steht die KVP mit 71 Prozent klar vor der CVP mit 57 Prozent, gefolgt von der SVP mit mageren 29 Prozent Erfolg.

Ob Parteien mit diesem geringen Erfolg den fünften Thurgauer Nationalratssitz unter sich sollen ausmachen können, erscheint fraglich. Die KVP hat auch als einzige kantonale Partei das Referendum gegen die 5. IV-Revision unterstützt, das mittlerweile zustande gekommen ist. Die definitive Parole behält sich die KVP freilich noch vor. Ausserdem läuft die Unterschriftensammlung für die aus Kreisen der KVP lancierte eidgenössische Volksinitiative „für eine Solidaritätsabgabe“. Die Option für die Armen ist damit Programm der Partei, kann aber auch Programm all jener Wählerinnen und Wähler sein, die sich durch die Classe politique nicht vertreten fühlen.

Zu den Übersichten:
» Parolenvergleich eidg. Vorlagen (PDF-Datei)
» Parolenvergleich kantonale Vorlagen (PDF-Datei)

 

Text ausdrucken
Tippfehler melden
Text weiterleiten
Ihre Meinung