13.07.2007, KVP Luzern

Staatskirchenrechtliche Emanzipation: Bischof Kurt Koch gibt sich souverän

In einem offenen Brief vom 12. Juli 2007 wendet sich die katholische Kirchgemeinde Luzern an die evangelisch-reformierte und die christkatholische „Kirche“. Darin bedauert sie, dass Bischof Kurt Koch ohne Rücksprache mit Verantwortlichen in der Seelsorge und mit Gläubigen die von der vatikanischen Glaubenskongregation verfassten „Antworten auf Fragen zu einigen Aspekten bezüglich der Lehre über die Kirche“ vom 29. Juni 2007 vorbehaltlos unterstützt hat. Die Kirchgemeinde verkennt damit Stellung und Aufgabe ihrer selbst sowie des Bischofs.


Eine Kirchgemeinde ist eine staatskirchenrechtliche Institution mit Hilfsfunktion. Sie ist nicht legitimiert, die Art und Weise, wie ein Bischof sein Lehramt in Glaubenssachen ausübt, zu kritisieren. Geradezu abwegig ist es, von einem Bischof Ungehorsam in der katholischen Glaubensverkündigung zu verlangen. Die Kirche übt ihr Lehramt letztlich ohne Rücksicht auf Meinungen der Gläubigen aus, da die Kirche in diesem Punkt keine Demokratie ist.

Die KVP Luzern erachtet den offenen Brief der Kirchgemeinde Luzern daher als verfehlt und stellt fest, dass Bischof Kurt Koch aus staatskirchenrechtlicher Sicht durchaus im Rahmen seiner Kompetenzen gehandelt hat, im Gegensatz zur katholischen Kirchgemeinde Luzern.

 

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