13.11.2007, KVP Schweiz

Aufarbeitung des Staatskirchenrechts: Ein starker und grosser Bischof macht’s möglich

Bischof Kurt Koch nahm am 12. November 2007 Stellung zum Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft in der Causa Röschenz. Er tat dies in einer Art und Weise, die schlicht als brillant und zukunftsweisend erscheint.


Bischof Kurt Koch bezeichnet das Urteil als irrelevant und in keiner Weise bindend, weil es das kirchliche Recht dem staatlichen Recht unterordnen würde. Im Konfliktsfall versage das Staatskirchenrecht und stelle die Freiheit der Kirche radikal in Frage. Ein solcher selbstherrlicher Anspruch des Staates dürfe in keiner Weise hingenommen werden. Damit hat Bischof Kurt Koch aus den zur Diskussion stehenden Vorgehensweisen die beste ausgewählt und eine Kapitulation der Kirche vermieden. Die KVP ist ihm zu tiefem Dank verpflichtet.

Der Bischof zeigt sodann in kreativer und kluger Weise auf, wie es weiter gehen soll: Die aufgeworfenen Fragen im Verhältnis von Kirche und Staat müssen vordringlich angegangen und aufgearbeitet werden. Die Unterordnung der Kirche unter den Staat widerspreche dem neuzeitlichen Verständnis des Verhältnisses von Kirche und Staat. Ein Umdenken sei „unbedingt angesagt“. Dieser Prozess wird lang und mühsam sein, denn mit den Widerständen der etatistischen Vogteien ist zweifellos zu rechnen. Es geht aber um „schwerwiegende Fragen grundsätzlicher Art“, und es müssen Konsequenzen bedacht werden, die noch kaum in ihrer ganzen Tragweite absehbar sind.

Der Weg für den Umbau des eigenbrötlerischen schweizerischen Staatskirchenrechts ist damit vorgezeichnet. Dass der Bischof und Präsident der Schweizer Bischofskonferenz dies offenbar in Abstimmung mit dem Vatikan machen will, zeugt von der Ernsthaftigkeit und Weitsichtigkeit seines Vorgehens.

 

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