14.01.2008, KVP Schweiz

Erziehungs- und Bildungsnotstand: Familie 5+ als Leitwährung

„Jetzt sind die meisten Familien auf einen bis zwei Elternteile und eines oder zwei Kinder geschrumpft. Eine sinnvolle Sozialisierung ist auf diese Weise gar nicht mehr möglich.“, sagt der bekannteste Kinderarzt und Jugendkenner der Schweiz, Remo Largo, im Tagesanzeiger-Magazin Nr. 02 2008. Seine Schlüsse nach mehr Betreuung in den Schulen überzeugen indes nicht. Vielmehr muss ein Familienmodell von Vater und Mutter mit mindestens drei Kindern als neue Leitwährung für die gesamte Politik gelten.


Es ist weithin anerkannt, dass wir uns in einem Erziehungs- und Bildungsnotstand befinden. Remo Largo vermutet, dass die Mehrheit der Familien die Sozialisierung nicht mehr schafft. Er fordert daher mehr Betreuung in der Schule.
Der Begriff „Sozialisierung“ ist dem neomarxistischen Vokabular entnommen. Lehrer unterrichten Kinder, nicht Fächer, meint Remo Largo und spielt damit Erziehung und Stoffvermittlung gegeneinander aus. Erfreulich ist trotzdem, dass Largo die heute gängigen Familienformen als für die Sozialisierung zu schwach bezeichnet. Recht hat er auch insofern, als die ungenügende Sozialisierung nicht, wie von den Neokonservativen gefordert, mit mehr Disziplin, Leistung und Wettbewerb (sogenannte Drillschule) wettgemacht werden kann.

Die Lösung liegt vielmehr in der Forderung, dass man die natürliche Familie aus Vater und Mutter mit drei und mehr Kindern politisch stärkt und dass Wirtschaft und Gesellschaft die Konsequenzen daraus ziehen.

Anstelle der Sozialisierung ist die Liebe zu setzen. Der Staat und die Krippen sind nicht in der Lage, eine Erziehung aus Liebe zu leisten. In der Familie gibt es keine Halbtagsstellen und immer neue Bezugspersonen, wie im öffentlichen Erziehungs- und Betreuungswesen mit den Lehrkräften, die primär ihre Eigenverantwortung und Selbstverwirklichung suchen. Vater Staat kann nicht lieben (Jürgen Liminski), er kann lediglich die Gefässe, in denen Liebe gepflegt wird, schützen.

Die Elternteile sind nicht als „Partner“ der Kinder zu bezeichnen, wie Bundesrätin Eveline Schlumpf es tut, sondern als Vater und Mutter anzusprechen.

Drei und mehr Kinder sind natürlich. Der liebe Gott ist ja nicht plötzlich zu einem Geizkragen geworden und schenkt nur noch ein bis zwei Kinder. Solche Ehemodelle sind nur mit Abtreibung und künstlicher Verhütung machbar. Weise war daher Papst Paul VI. mit seiner Pillenenzyklika und dem Verbot der künstlichen Geburtenregelung.

Die Einhaltung der natürlichen Empfängnisregelung hat heilsame Folgen: Es gehen nicht mehr Vater und Mutter in die Wirtschaft. Das Doppelverdienertum wird verpönt. Die ganztägige Trennung von den Eltern stellt eine extreme psychische Belastung für die Kinder dar, heisst es in einem „Memorandum“ der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung. Ein familiengerechter Lohn aus der herkömmlichen Erwerbswirtschaft muss reichen.

Damit gehen auch die Überproduktion in der gesamten Wirtschaft und die Umweltbelastung zurück. Wenn rund 50 Prozent der Erwachsenen für die Wirtschaft arbeiten, genügt dies. Die Beschäftigungsquote und die Gesamtarbeitszeit sind insofern zu reduzieren zugunsten der Familienarbeit.

Die Arbeitsplätze in der Wirtschaft sind familiengerecht zu machen.

Daraus folgen ferner die soziale Anerkennung der Arbeit der Mutter und ihre Wahlfreiheit durch ein Erziehungsgehalt (das keine „Herdprämie“ ist), die Bevorzugung von Familienvertretern bei der Anstellung in der Wirtschaft, eine Anstellungsgarantie in der Wirtschaft nach Erfüllung der Erziehungsarbeit.

Daraus folgt schliesslich die langfristige Lösung des Demographieproblems als Grundproblem der postmodernen Gesellschaft. In aller Deutlichkeit hat dies jüngst der Verfassungsrechtler Paul Kirchhof klargestellt und damit die Familienpolitik der KVP bestätigt.

Die Forderung von Remo Largo, dass die Frauen eine „Frauen und Familienpartei“ gründen sollen, zielt in die falsche Richtung. Eine echte Frauen- und Familienpartei besteht bereits seit mehr als 10 Jahren in der Form der KVP. Eine echte Familienpartei erteilt immer eine Absage an Sozialismus und Kapitalismus.

 

Text ausdrucken
Tippfehler melden
Text weiterleiten
Ihre Meinung