16.01.2008, KVP Thurgau

Regierungsratswahlen: Wo sind die Alternativen?

Der Vorstand der KVP Thurgau ist zwar der Auffassung, dass nicht immer und überall Minarette gebaut werden können. Er lehnt die Volksinitiative für ein totales Minarettverbot jedoch ab, weil mit der katholischen Soziallehre klar unvereinbar.

Die EDU und Regierungsratskandidat Daniel Wittwer unterstützen die Initiative. Bei der SVP sieht das Parteiprogramm gemäss Aussagen von Parteipräsident Ueli Maurer im Tages-Anzeiger vom 6. Januar 2008 vor „dass die SVP der Errichtung von Minaretten entgegentritt“. Regierungsratskandidatin Monika Knill ist Mitglied der SVP. Vor welcher Wahlalternative steht man hier?


EDU-Vertreter, wie der ehemalige Nationalrat Werner Scherrer, schreiben seit Jahren gegen die tatsächliche und angebliche Machtpolitik der katholischen Kirche. Eine christliche Koalition, welche die KVP namentlich der EDU vorgeschlagen hat, ist leider nicht zustande gekommen. Wie die EDU möchte die SVP die katholische Kirche vollständig privatisieren. Da stellen sich für die KVP doch gewisse Fragen:

Welche der beiden Parteien und welcher ihrer Vertreter respektieren den Islam mehr oder weniger oder überhaupt nicht?

Inwiefern praktizieren die beiden Kandidierenden dieselbe Abneigung, die sie oder ihre Partei gegenüber dem Islam haben, auch gegenüber der katholischen Kirche? Es darf beigefügt werden, dass die katholische Kirche ebenfalls politische Machtansprüche stellt. Ihre Kirchen, Türme und Paläste sind seit jeher Machtsymbole und müssten daher gemäss der Minarettlogik ebenfalls verboten werden. Dasselbe gilt im Übrigen für den Protestantismus.

Was halten die beiden Kandidierenden von der Religionsfreiheit? Distanziert sich Monika Knill vom Punkt „Minarett“ im SVP-Programm?

Die Familienpolitik ist gemäss dem deutschen Verfassungsrechtler Paul Kirchhof die wichtigste Frage gegenwärtiger Rechtsentwicklung. Wer von den beiden Kandidierenden setzt sich für ein Erziehungsgehalt für Mütter, für familienverträgliche Arbeitsplätze in den öffentlichen und privaten Betrieben, für ein Familienstimm- und wahlrecht sowie eine Anstellungsgarantie für Mütter, die ihre Erziehungspflichten erfüllt haben, ein?

Die KVP ist der Meinung, dass der Wahlkampf nicht bloss mit farbigen Prospekten und Leerformeln geführt werden sollte, und erwartet daher von den beiden Kandidierenden Antworten auf die vorliegenden Fragen.

 

Text ausdrucken
Tippfehler melden
Text weiterleiten
Ihre Meinung